
Wenn man im Februar durch Johanngeorgenstadt fährt, könnte man meinen, der Winter hätte sich dort ein Ferienhaus gemietet. Genau zwischen diesen verschneiten Bergen fand vom 07. bis 14. Februar 2026 unser diesjähriges Winterlager statt. Es war großartig.
Untergebracht waren wir im Haus der Kirche, das sich erneut als perfekter Stützpunkt für unsere Unternehmungen erwies. Insgesamt 20 Sportlerinnen und Sportler sowie 6 Betreuer aus dem Dresdner Ruderverein, dem USV TU Dresden und dem DRC machten sich auf ins Abenteuer. Eine bunt gemischte, unglaublich harmonische Truppe, bei der man bereits am ersten Tag wusste: Diese Woche wird gut.
Gleich nach der Anreise am Samstag wurde das Haus zügig in ein gemütliches Sportcamp verwandelt. Die Zimmerbelegungen waren schnell geklärt – erstaunlich konfliktfrei, vielleicht war es die Vorfreude oder der unauffällig drohende Hinweis, dass Umverteilen generell keine Sportart sei.
Nachdem alle Taschen verstaut und ersten Snacks verputzt waren, ging es zum „Nach-der-Autofahrt-Beine-wiederfinden“-Spaziergang. Ziel waren die Sprungschanzen von Johanngeorgenstadt. Der Blick von hier oben war hervorragend.
Am Abend wurden dann Ski, Stöcke und Schuhe verteilt. Alles lief reibungslos. Sportler ohne eigene Skiausrüstung wurden bereits im Vorfeld aus unserem Vereinsfundus ausgestattet. Die Vorfreude auf die erste Einheit am Sonntag war jedenfalls groß – und ja, die Schneelage machte uns den Gefallen: genug Weiß, um loszulegen!
Bereits am Sonntag glitten wir motiviert in die Loipe. Rund um Johanngeorgenstadt boten sich tolle Strecken, darunter die Kammloipe oder die Familienloipe für die entspannten ersten Kilometer. Damit niemand über- oder unterfordert wurde, teilten wir uns in zwei Gruppen. Die schnelleren Sportler liefen mit Damian und Jonathan, während sich die übrigen mit Katharina, Frau Gawer, Frau Röhner und mir auf den Weg machten.
Und dann war da natürlich der tägliche Frühsport – pünktlich 7:15 Uhr. Ein Highlight für alle, die dachten, Schnee sei kalt. Unsere wechselnden Frühsport-Teams waren für das Munterwerden und das gut gelaunt in den Tag starten verantwortlich.
Besonders beliebt: Die Kunstschnee-Loipe im ehemaligen Eisstadion, etwa 800 Meter lang und perfekt präpariert. Sie wurde schnell unser zweites Zuhause. Dort fanden nicht nur viele Trainingseinheiten statt, sondern auch etliche Überholmanöver, die in ihrer Eleganz kaum zu überbieten waren.
Ein riesiges Dankeschön an die Gemeinde Johanngeorgenstadt – ohne diese Strecke wären wir deutlich wetterabhängiger gewesen.
Für die Verpflegung ließen wir uns täglich ein warmes Mittagessen liefern. Frühstück und Abendessen übernahmen wir selbst. Einige Sportler betraten die Küche das erste Mal seit Monaten wieder freiwillig. Doch unter der charmanten, souveränen und unerschütterlichen Leitung von Frau John wurden aus Küchenneulingen erstaunlich brauchbare Mitstreiter.
Neben dem Langlauftraining erwartete uns ein buntes Programm:
- Schwimmen in einer kleinen, aber richtig gemütlichen Schwimmhalle – montags und donnerstags.
- Stabi- und Athletikeinheiten im Haupthaus, mit Übungen, die selbst hartgesottene Ruderer kurz schlucken ließen.
- Eine Tischtennisplatte, die von Anfang an belagert war, als gäbe es dort Medaillen zu gewinnen.
- Und natürlich unser Dauerbrenner: Capture the Flag.
Der Energieverbrauch dieser Spiele stand einem ausgewachsenen Trainingsblock in nichts nach.
Eine Teilnahmegarantie besteht allerdings nicht – man wurde von der Dynamik des Spiels meist automatisch „mitgerissen“.
Der Donnerstag wurde zum ultimativen Multisporttag. Drei Disziplinen, drei völlig verschiedene Anforderungen, ein Ziel: Alles geben!
- Vormittag – Langlaufwettbewerb
Auf der Stadionloipe ging es um Technik, Geschwindigkeit und Ausdauer. Die Spur war fest, das Tempo hoch, und der Ehrgeiz spürbar. - Nachmittag – Ergometerrudern
3 × 200 Meter bei Schlagfrequenz 20 – eine Challenge, die man nicht unterschätzen sollte. Der Rhythmus musste passen, und wer sich verkalkulierte, merkte das sofort. - Abend – Schwimmwettkampf
2 × 60 Meter Brust. Nach einem langen Tag war das gefühlt doppelt so weit, aber alle bissen durch.
Es war faszinierend zu sehen, wie sich alle durch die Disziplinen kämpften – jeder auf seine Art, aber mit beeindruckendem Teamgeist.
Am Freitagvormittag nutzten wir die Loipe ein letztes Mal für einen Biathlon-Wettkampf. Die Waffe wurde durch unsere einzigartigen Zielwurfobjekte, einen Tischtennisschläger, einen Tennisball und einer roten Zwiebel ersetzt. Die Beine waren bei vielen schon schwer, die Stimmung aber herrlich. Danach hieß es packen, verladen, suchen nach verlorenen Handschuhen und wundersamerweise aufgetauchten Socken, die niemandem zu gehören schienen.
Der Samstag begann mit einem leckeren Frühstück und der feierlichen Siegerehrung unseres großen Dreifach-Wettkampfes. Urkunden, Applaus und lachende Gesichter – ein würdiger Abschluss.




Dann wurde das Haus wieder in seinen Ursprungszustand versetzt. Kaum vorstellbar, dass dort eine Woche lang Sporttaschen, Skistiefel und klatschnasse Handschuhe ein Eigenleben geführt hatten.
Die Rückfahrt verlief angenehm ruhig. Zu Hause wurde das mitgenommene Material sorgfältig verstaut. Und dann war es plötzlich vorbei.
Schnee, Sport, Teamgeist, Begeisterung, ein paar müde Muskeln und unzählige schöne Erinnerungen – so lässt sich das Winterlager 2026 zusammenfassen. Jeder Tag hatte seinen eigenen Zauber, und gemeinsam haben wir viel erlebt und noch mehr gelacht.
Ein riesiges Dankeschön geht an alle Betreuerinnen und Betreuer, Organisatoren, Unterstützer und natürlich an unsere großartige Sportlertruppe. Ihr habt diese Woche zu etwas Besonderem gemacht.
Wir freuen uns jetzt schon auf das Winterlager 2027!
Wenn wir eines gelernt haben, dann: Wer einmal dabei war, möchte eigentlich nie wieder zu Hause bleiben.
Volker Slavik




























