Wanderfahrt vom 27. – 29. Juni 2025 zu Hellas-Titania nach Berlin-Spandau
Mit drei Frauen und sechs Männern machten wir uns in drei Autos am ersten Sommerferienwochenende bei wunderbaren Temperaturen auf den Weg nach Berlin-Spandau zu Hellas-Titania.
Freitag: Wo die Autobahn endet, beginnt das Abenteuer
Die Anreise war ein kleines Lehrstück in Geduld: Zwei Autos fuhren mit Stau und Tempo 10 wegen einer Sperrung der Autobahn noch ein Stück am Rande des Spreewaldes entlang. Gegen 20:00 Uhr waren endlich alle angekommen. Der Wirt des „Ökonomie“ bereitete ein tolles Abendessen für uns (wie immer beim Rudern gab es perfekt gegrilltes Fleisch und Bratwürste) auf der Terrasse mit Blick auf die „Scharfe Lanke“.

Zwei wunderschöne geklinkerte Gig-Boote, Hellas und Tine Hilz, wurden schon am ersten Abend zu Wasser gelassen und es gab eine ausführliche und sehr freundliche Einweisung für die Boote und das gesamte Haus für uns. Gegen 22.00 Uhr gingen wir in den Schlafsaal und die zwei Zelte mit Hoffnung auf eine ruhige Nacht.
Samstag: Mit Eleganz durch die Schleuse in Richtung Hennigsdorf
Nach einem reichhaltigen Frühstück mit traumhaftem Blick auf Steg und See konnten wir schon beim Frühstück die ersten Ruderer bei Erwärmung und Fertigmachen der Boote beobachten. Wir teilten „unsere“ Boote ein, ein Vierer, Hellas, und ein Dreier, Tine Hilz. Es gab von den Berlinern eine Frage zu unseren Shirts: ob denn die Brücke darauf die eingestürzte Brücke in Dresden sei, zum Glück aber nicht.


Gegen 9:30 Uhr starteten wir Richtung Norden auf die Havel. Das Wetter war sommerlich, ein leichter Wind und so war es recht voll auf dem Wasser. Nach ca. einer Stunde trafen wir auf die Spandauer Schleuse, die neben der Schleusenkammer eine Bootschleppe auf Schienen (sehr alt) bereitstellt. Hier konnte uns Cony mit Weitblick, klaren Kommandos und viel Geduld perfekt zwischen Ober- und Unterhavel durchlotsen.
Es ging nun weiter vorbei an der Zitadelle in Richtung Norden bis zum Ruderclub Tegelort e.V. Wir wurden sehr freundlich begrüßt, konnten die Toilette nutzen, kalte Getränke kaufen und uns bei Picknick mit unseren Vorräten unter schattigen Bäumen ausruhen.
Dann ging es bei voller Sonne ruhig weiter in Richtung Hennigsdorf am Heiligen See vorbei auf den Nieder-Neuendorfer See. Wir legten nochmals eine kurze Pause beim leider verschlossenen Ruderclub Oberhavel, kurz vor Hennigsdorf, ein und machten uns gegen 14:30 Uhr auf den Rückweg. Am Steuer wurde gewechselt und nun ging es direkt ohne Pause wieder zurück. Mit der Schleuse hatten wir nun Übung und alles ging reibungslos. Inzwischen war es richtig voll geworden: Segelboote, Ruderboote aller Größen, Paddler und jede Menge kleiner Partyflöße mit Musik und allem drum und dran. Insgesamt hatten wir ca. 36 km in Armen und Beinen, immerhin war es für einige die erste Wanderfahrt.

Gegen 18:00 Uhr erreichten wir wieder „unser“ zu Hause. Wir gingen schwimmen, duschen, umziehen und dann wieder auf die schöne Terrasse von „Ökonomie“. Die Boote konnten im Wasser bleiben, es gab also nicht viel zu tun.
Inzwischen wurde auf dem Nachbargrundstück gefeiert, mit Band und vielen Leuten…
Wir richteten uns auf der Terrasse ein, wurden wieder reichlich bewirtet, teilten die Boote für den Sonntag ein, lauschten und staunten über Steffens lyrische Beiträge und gingen nach Mitternacht in die Betten.
Sonntag: starker Wind und hohe Wellen
Mit einstündiger Verspätung, unser Wirt hatte verschlafen, gab es Frühstück auf der Terrasse. Die Besatzung eines Achters unterhielt uns mit Frühsport. Dann wurden die Boote fertig gemacht und wieder hinaus auf die Havel. Manche durften nun zum ersten Mal steuern, mit ruhiger Unterstützung der Anderen.


Wir machten uns gegen 9:30 Uhr auf den Weg Richtung Südwesten mit dem Ziel der Pfaueninsel kurz vor Potsdam. Es ging ein Stück die (breite) Havel entlang in Richtung Wannsee. Nun waren deutlich mehr Segelboote und Fahrgastschiffe unterwegs. Das Wetter war sommerlich warm mit schon recht böigem Wind. Frank suchte intensiv nach einer Möglichkeit zum Anlegen, aber zum Ruderclub Wannsee bei stärker werdendem Wind abzubiegen war keine Option. So fanden wir hinter der Pfaueninsel einen Anlegeplatz in Nähe einer Badestelle und konnten dort kurz Kraft tanken.
Noch einmal wurde am Steuer gewechselt und nun ging es zurück Richtung Spandau. Der Wind verstärkte sich, was für die Segelboote perfekt schien. Der stärker werdende Wind aus Südwest lies ordentlich Wasser in unser Boot und auf uns schwappen und drehte dann (rechtzeitig) nach Nordost. Nun ging es ruhiger zu und wir konnten gut zurückrudern. Die Klamotten waren bei der Ankunft auch wieder getrocknet.

Nach ca. 22 km gegen 14:30 am Bootshaus angekommen bekamen wir Hilfe und Einweisung durch den Ruderclub dort. Die Boote hatten ein Ablaufventil (!), was sehr praktisch war. Nun noch alles säubern, ins Bootshaus bringen, duschen, Betten abziehen, Sachen packen.

Der Wirt hatte Kirschkuchen und Kaffee für uns vorbereitet und so konnten wir ein letztes Mal auf der Terrasse verweilen. Dann ging es ohne Stau zurück nach Dresden.
Es waren zwei wunderschöne Tage mit einer tollen und lustigen Gruppe, danke an alle.
Ein großes Dankeschön an Cony für die perfekte Planung, große Geduld mit uns und den Humor in allen Situationen.
Wir sind: Annett, Annette, Ilka, Cony, Frank, Steffen, Bodo, Tobias und Karsten

Annette Hohn


